Eventplaner - Work/Life Balance

Work/Life Balance

Work/Life Balance

Warum ist Work-Life-Balance für die meisten von uns so schwer? Eine Studie fand heraus, dass wir uns alle auf einem Kontinuum zwischen „Grenzen ziehen“ und „Vermischung“ befinden. Die Kollegen, denen das Abschalten sehr einfach fällt, werden Segmentors genannt, die anderen, die nur schwer Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit ziehen können, heißen demnach Integrators. Natürlich gibt es keine perfekte Work-Life-Balance. Viele wollen zum einen gern flexibler arbeiten und zum anderen hat die moderne Technologie die Tendenz, uns auch nach der Arbeit immer in Erreichbarkeit zu halten. Ist es richtig Arbeit und Leben als ein großes Ganzes zu betrachten? Oder ist es notwendig, Teile des Privatlebens von der Arbeit abzuschirmen, zumal als Vater oder Mutter und Partner. Viele von uns haben eben Verantwortlichkeiten und Interessen im Privatleben, die stark leiden, wenn wir ihnen keine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken können.

Laszlo Bock, der damalige Chef von Google People Operations, berichtet zu den Fähigkeiten der Grenzziehungen zwischen Arbeit und Privatleben in der Harvard Business Review: "Unsere erste Runde der Studie zeigt, dass nur 31% der Mitarbeiter die Fähigkeit haben sich von dieser Last, die aus dem Verschwimmen der Grenzen resultiert, frei zu machen. Wir nennen sie 'Segmentors'. Sie ziehen psychologisch eine Grenze zwischen dem Stress auf der Arbeit und dem Rest ihres Lebens. Sie können jeden Abend sanft einschlafen, ohne sich Sorgen über die drohenden Deadlines und E-Mail-Fluten zu machen. Segmentors sagen Dinge wie: 'Ich mag es nicht, zu Hause an die Arbeit denken zu müssen.'

Über den 'Integrators' [69% der Mitarbeiter] hingegen hängt zu jeder Zeit das Damoklesschwert der Arbeit. Nicht nur schauen sie am Abend in ihre E-Mails, sie drücken auch immer wieder den Knopf zum Aktualisieren, um zu schauen, ob neue Arbeit reingekommen ist. (Um genau zu sein, befinden sich alle auf einem Kontinuum über diese zwei Dimensionen, ich vereinfache hier also.)
Mehr als die Hälfte dieser Integrators sagen, dass sie lernen wollen, besser zu segmentieren. Solche Mitarbeiter geben in der Studie an: 'Es fällt mir oft schwer zu sagen, wo meine Arbeit endet und wo die Freizeit anfängt.'"

Es stimmt einen optimistisch, dass auch Firmen wie Google denken, dass ein Abschalten notwendig ist. Dieser Glaube daran, dass Arbeit und Freizeit für jeden und immer ein großes Ganzes sein kann, geht an der Realität vorbei, das ist kein Leben lang durchhaltbar. Was macht Google nun mit solchen Erkenntnissen? Nach der Auswertung der Studie wurden beispielsweise alle Mitarbeiter des Europäischen Headquarters in Dublin ermutigt, ihre Laptops und Handys am Empfang abzugeben, wenn sie das Büro verließen. Als Resultat haben viele Mitarbeiter berichtet, dass sie plötzlich stressfreie und ruhige Abende zu Hause hatten. Solch eine Bewusstwerdung allein kann schon viel dazu beitragen, dass Mitarbeiter künftig ihr Verhalten ändern. Nicht zuletzt auch dadurch, dass ihre Firma ihnen ganz deutlich zeigt, dass sie von ihren Mitarbeitern nicht erwartet, dass sie nach Feierabend erreichbar sind.

Dass es Google dabei nicht nur um die pure Erkenntnis und das Wohlergehen aller Mitarbeiter geht, sondern auch darum, diese Erkenntnis wirtschaftlich nutzbar zu machen ist klar und auch legitim. Es ist eine Frage der Nachhaltigkeit: Wie können meine Mitarbeiter dauerhaft ihr bestes leisten, ohne zu leiden, sondern im Gegenteil, am meisten selbst dabei zu profitieren? Weitere Fragen, die sich unter anderem stellen, sind: Wie werden Ideen geboren und wie sterben sie? Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfüllende und produktive Arbeit? Welche diversen Charakteristika muss ein Team vereinen, um jegliches Problem am besten zu lösen? Wie kann Leistung über lange Jahre auf höchstem Level gehalten werden? Wie können Zufriedenheit und Produktivität gleichzeitig maximiert werden?

Es gibt noch einen anderen Grund, warum Google solche Studien fährt, die ja nicht ins Kerngeschäft der Suchmaschine fallen: Weil Google es einfach kann. Die Firma hat drei Dinge, die solche Exkurse ermöglichen:

  1. Genügend Geld und Mitarbeiter und daraus resultierend die passende Intelligenz für solche Projekte
  2. Big Data Technologie, um große Datensätze zu analysieren und
  3. einen hohen kulturellen Anspruch an sich selbst, der sie solche Fragen wie die nach den Bedingungen glücklicher Kollegen überhaupt erst wichtig erscheinen und in Konsequenz stellen lässt.

Wenn der Firmenchef sagt: Ich will, dass meine Mitarbeiter glücklich und zufrieden sind, damit sie bei uns bleiben und andere Mitarbeiter anziehen, dann zeugt das davon, dass man verstanden hat, wie wichtig eine bewusste Firmenkultur ist.